Dass unsere Ernährung der Schlüssel zur Gesundheit ist, das weiß die Forschung schon lange. Aber erst jetzt kommt nach und nach heraus, wie wichtig es wirklich ist, sich vollwertig zu ernähren. Was genau bedeutet
Frisches Obst und Gemüse ist sehr gesund
Foto: © Dušan Zidar
"vollwertig" in diesem Zusammenhang? Es bedeutet, dem Körper über die Lebensmittel, die man zu sich nimmt, alles zu geben, was er für die Bewältigung seine vielfältigen Aufgaben braucht. Die Bedürfnisse des Körpers ändern sich dabei im Laufe des Lebens. Ein Teenager, der gerade einen Wachstumsschub hat, braucht andere Stoffe als eine schwangere Frau, ein körperlich schwer arbeitender Mensch hat andere Ansprüche an seinen Speiseplan als ein Rentner. Doch egal, in welcher Lebensphase und in welcher Lebenssituation man sich auch befindet, Obst und Gemüse sollten immer das Gerüst der täglichen Nahrung bilden. Denn mit Früchten und Gemüse versorgen wir den Körper mit lebensnotwendigen Vitaminen, Enzymen und Mineralstoffen.
Ernährungswissenschaftler empfehlen als Grundlage einer guten Versorgung fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Ideal wäre es, wenn es zwei Portionen Obst und drei Portionen Gemüse wären. Grund dafür ist, dass Früchte Zucker enthalten und deshalb dem "schlankeren" Gemüse der Vorzug gebührt. Der etwas schwammige Begriff der "Portion" ist übrigens gar nicht so dumm. Als Portion gilt nämlich immer die Menge, die in eine Hand (mit leicht gebeugten Fingern) passt. Das ist bei kleinen Kindern natürlich eine ganz andere Menge als bei einem Zweimetermann, aber grundsätzlich ist es immer eine gute Indikation, wie viel benötigt wird.
"An apple a day keeps the doctor away" sagt ein englisches Sprichwort und gemeint ist damit, dass man mit einem Apfel täglich bereits einiges für seine Gesundheitsvorsorge tut. Das stimmt auch, aber es darf darüber hinaus gern noch mehr sein. Vor allem im Sommer sollte man zu Früchten greifen, die gerade Saison haben. Das fängt mit Rhabarber an, geht über Erdbeeren und Kirschen weiter und hört bei Blaubeeren, Brombeeren und Pflaumen noch lange nicht auf. Es macht Sinn, darauf zu achten, dass die Früchte weder lange gelagert noch von weither transportiert worden sind. So hat man die beste Gewähr, dass sie noch nichts von ihren wertvollen Inhaltsstoffen verloren haben. Von allen Früchten trauen die Forscher übrigens den Blaubeeren am meisten zu - sie sollen selbst gefährlichen Krankheiten entgegenwirken können.
Auch Tomaten stehen in diesem guten Ruf. Schön, wenn man eine gute Quelle für sonnenverwöhnte, geschmackvolle Tomaten hat. Sie sollten unbedingt täglich auf dem Speiseplan stehen, denn sie enthalten Vitamin C, Kalium, Magnesium und Ballaststoffe. Der wichtigste Inhaltsstoff aber ist Lycopin. Dieser Farbstoff ist einer der stärksten heute bekannten Antioxidantien und soll vor Herz- und Kreislauferkrankungen sowie vor Tumoren schützen. Am konzentriertesten ist Lypocin übrigens in Dosentomaten vorhanden.
Die Farbe spielt auch beim Gemüse eine große Rolle. Die Faustregel lautet: Je farbintensiver ein Gemüse ist, desto höher ist sein Gesundheitswert. Brokkoli und Grünkohl, rote und grüne Paprika sind gute Beispiele dafür. Eine echte kleine Gesundheitsfabrik sind aber auch Rosenkohl und Spinat. Je vielfältiger die Sorten sind, die auf den Tisch kommen, desto mehr wird der Körper profitieren. Polyphenole zum Beispiel haben eine entzündungshemmende Wirkung und hemmen das Wachstum von Tumoren. Dieser Stoff steckt deshalb in einigen Medikamenten - er ist aber deutlich wohlschmeckender auch in Kirschen, Rotkohl und Artischocken enthalten.
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